Hörgerätetypen / Bauformen

1. Hinter-dem-Ohr-Geräte:

Diese Bauform wird am häufigsten getragen. Das liegt daran, weil sie grundsätzlich für jede Art von Hörverlust einsetzbar ist. Die Hinter-dem-Ohr-Geräte sind etwas robuster und nicht so störungsanfällig wie die Im-Ohr-Hörgeräte. Außerdem lassen sie sich einfacher bedienen (Größe). Zu dem HdO Gerät gehört immer ein Ohrpassstück, das es in verschiedenen Formen und Größen gibt. Heute sind HdO-Geräte wesentlich kleiner, als man sie von früher kennt. Möglich wurde dies durch die Miniaturisierung der elektronischen Bauteile. Zum Beispiel, gibt es Hörgeräte die einen Microprozessor besitzen, der über eine Million Rechenoperationen pro Sekunde ausführt.

Bei einem Hinter-dem-Ohr-Gerät kann ein etwas größerer Hörer verwendet werden, als bei einem kleinen Im-Ohr-Gerät. Dies macht sich in einem harmonischeren natürlicheren Klangbild bemerkbar. Der Schall wird durch einen dünnen Schlauch in den Gehörgang geleitet. Ist das Gerät sehr klein und der Schallschlauch sehr dünn, dann ist das Hörgerät auch bei kurzem Haar praktisch unsichtbar. Diese Geräte besitzen einen hohen Tragekomfort, wenn sie mit einem zum Hörverlust passenden Ohrpassstück verwendet werden! Bei dieser Bauform ist eine bessere Anpassbarkeit auf den Hörverlust möglich. Bei den Im-Ohr-Hörgeräten sind durch den Sitz im Gehörgang physikalische Grenzen gesetzt, die es bei einem Ohrpassstück so nicht gibt. Durch die Bauform (Größe und Belüftung) nehme ich Einfluss auf die akustischen Verhältnisse im Gehörgang. Die Technik modernster Hörgeräte kann den Verschlusseffekt zwar teilweise kompensieren, ist aber im Endeffekt teurer und nicht so natürlich. Die Hinter-dem-Ohr-Geräte gibt es in vielen verschiedenen Farben, und lassen sich so gut an Ihre Haarfarbe anpassen.

2. Im-Ohr-Hörgeräte:

Hier gibt es vier verschiedene Größen.

  • die Ohrmuschel ganz ausfüllend (Concha-Gerät)
  • die Ohrmuschel halb ausfüllend (Halbconcha)
  • im Gehörgang (CIC)
  • im Gehörgang verschwindend (Mini-CIC).

Diese Geräte sind in der Handhabung je nach Größe etwas diffiziler, da sie sehr regelmäßig gewartet werden müssen. Gute Augen und Feinmotorik sind hier erforderlich. Ein Vorteil bei CIC-Geräten ist, dass die natürliche Richtschallaufnahme der Ohrmuschel erhalten bleibt. Bei einem gesunden Gehör unterstützt die Ohrmuschel das Richtungshören. Nachteil bei der Hochtonschwerhörigkeit ist das Auftreten eines Verschlusseffektes (eigene Stimme wird zu laut gehört).
Siehe offene Versorgung

3. An der Brille:

Hier ist das Hörgerät mit einem Adapter an der Brille befestigt oder unsichtbar im Brillenbügel integriert. Der Schall wird mit einen dünnen Schallschlauch in den Gehörgang geleitet. Bei einer leichten Hochtonschwerhörigkeit ist dies eine perfekte Lösung.

4. Teilimplantierte Hörgeräte:

Es gibt zwei verschiedene Formen, zum einen das knochenverankerte Hörgerät (Baha-Gerät), hier wird der Schall direkt über den Schädelknochen ans Innenohr geleitet. Diese Form benutzt man, wenn eine klassische Form der Versorgung nicht möglich ist. Eine weitere Form der Teilimplantatversorgung ist das Retro X. Hier leitet eine in die Ohrmuschel implantierte Hülse den Schall in den Gehörgang. Während die eine Variante aus der Notwendigkeit heraus gewählt wird (Baha-Gerät), ist der operative Eingriff in die Ohrmuschel eine rein kosmetische Angelegenheit.

5. Vollimplantat:

Hier befindet sich eine Sonde mit einer, je nach Gerät, unterschiedlichen Anzahl von Elektroden in der Cochlea (Innenohr). Elektrische Impulse werden direkt auf den Hörnerv übertragen. Diese Geräte werden unter Vollnarkose in einer hierfür spezialisierten HNO-Klinik eingepflanzt.
Siehe hierzu www.cochlear.de

6. Mittelohrimplantate:

Hier werden die Gehörgangsknöchelchen direkt mechanisch im Mittelohr gereizt. Das eigentliche Hörgerät sitzt in einem Hohlraum des Schädelknochens und ist mit dem Hammer (Gehörgangknöchelchen) verbunden.