Auswahlkriterien für ein Hörgerät

Neben preislichen, kosmetischen und akustischen Aspekten gibt es eine Vielzahl von Faktoren, die berücksichtigt werden müssen. Deshalb ist eine gute Beratung die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Hörgeräteanpassung. Leider sind rein verkaufsorientierte Beratungsgespräche dafür verantwortlich, dass ein Großteil der Hörgeräteträger unzufrieden sind.

Grundformen der Hörgeräte

Die folgende Liste hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Der eine oder andere medizinische Aspekt ist nicht berücksichtigt. Die Auswahl der richtigen Bauform hat neben der genau so wichtigen Technik je nach Hörverlust mehr oder weniger starken Einfluss auf Akustik und Tragekomfort.

  • Bei Hochtonschwerhörigkeiten bietet ein Hinter-dem-Ohr-Gerät eine bessere Akustik (siehe offene Versorgung)
  • Bei Schwerhörigkeit, die den ganzen Hörbereich betrifft, kann ein In-dem-Ohr-Gerät eine genau so gute Akustik bieten. Der Nachteil ist nur, dass bei höherem Verstärkungsbedarf die Gefahr der Rückkopplung besteht. Ein In-dem-Ohr-Gerät, das die ganze Ohrmuschel ausfüllt, hebt den kleinen kosmetischen Vorteil des IdO's wieder auf. Genauso verhält es sich mit der viel zitierten Richtwirkung der Ohrmuschel.
  • Weiterhin gibt es Hörgeräte, die im Brillenbügel integriert sind und den Schall mittels eines kleinen Schlauches in den Gehörgang leiten.
  • Es gibt Hörgeräte, die mit Hilfe einer Metallhülse durch die Ohrmuschel so platziert werden, so dass sie kaum sichtbar hinter dem Ohr verschwinden.
  • Für chronische Befunde des Mittelohres gibt es Geräte, die mittels Vibration den Schall direkt auf die Gehörgangsknochen übertragen. So wird der Ton direkt über das Innenohr hörbar. (siehe das Hören)
  • Operativ eingepflanzte Implantate können auch bei vollständiger Taubheit Menschen wieder hörend machen. Die Voraussetzungen können aber nur von einem spezialisierten Facharzt geklärt werden.

Alle Hörgeräte, für die Ihre Krankenkasse die Kosten ganz oder teilweise übernimmt, haben eine Zulassungsnummer und müssen in Deutschland hohe technische Anforderungen erfüllen.

Gutes Hören darf kein Luxus sein.

Für die Grundversorgung (ab 10,00 € pro Gerät, bei Vorlage einer ärztlichen Verordnung) bieten wir für Versicherte aller gesetzlichen Krankenkassen schon seit mehreren Jahren eine volldigitale Versorgung an.

Offene Versorgung eine Frage des Preises?

Selbstverständlich nicht! Durch die offene Versorgung werden störende Nebengeräusche erst gar nicht verstärkt und die Akzeptanz in lauter Umgebung steigt deutlich. Wenn der Hörverlust es zulässt, werden Ihre Hörgeräte unabhängig von Bauart und Preis so offen wie möglich angepasst.

Oder lieber dezent?

Durch neue Technologien bei der Produktion von Hörgeräten können wir Ihnen auch bei der Grundversorgung durch Ihre Krankenkasse eine sehr kleine Bauform der Hörgeräte zur Verfügung stellen. Ein dezentes Ohrstück ist selbstverständlich.

Sie mögen es bunt?

Beim Hörgerät nicht wirklich! oder? Durch verschiedenfarbige Geräteschalen können wir das Hörgerät an fast jede Haar- oder Hautfarbe anpassen. Die Otoplastik gibt es in jeder gewünschten Farbe, sogar in Titan. Wir tun alles, um eine zeitgemäße Kosmetik, auch bei geringer Zuzahlung, zu ermöglichen.

Konsequent eingesetzt, sichert die offene Versorgung, da wo sie sinnvoll möglich ist, die Akzeptanz in der Erstversorgung und die Sprachverständlichkeit bei starken Umgebungsgeräuschen. 

Heute haben fast alle Hörgeräte eine wirkungsvolle Rückkopplungsunterdrückung mit an Bord. Eine offene Versorgung ist dadurch auch bei sonst kritischen Hörverlusten möglich.